Archiv für Juli 2009
Mail der Uni Heidelberg zu: Mast- und Schotbruch!
Betreff: Hilfe bei der Analyse des Spruches “Hals und Beinbruch”
Lieber Herr Schütze,
bezugnehmend auf Ihre Mail zur Klärung u. a. des etymologischen Hintergrunds von “Hals- und Beinbruch” liefere ich Ihnen nun unsere wissenschaftlichen Erklärungsversuche.Kurz gesagt, verhält es sich faktisch genau so, wie Sie vermutet haben: Die Sache mit der hebräischen/jiddischen Herkunft trifft zu. Sekundär kommt dann noch ein Volksaberglaube ins Spiel, dass man sich nicht ausdrücklich Glück wünschen dürfe, um nicht das Gegenteil (Unglück) heraufzubeschwören, und sich also ausdrücklich etwas Schlimmes wünscht, aber das Gegenteil meint.
Man wünscht einander selbstverständlich das Gegenteil; ein Aberglaube besagt doch, daß ein offener Glückwunsch böse Dämonen auf eine Gelegenheit zum Schadenstiften aufmerksam macht; wer dem anderen Unglück wünscht, findet nicht das Interesse der Dämonen. 1920 ff.” — Hier wird also nur die Erklärung über den Volksaberglauben gegeben.Demgegenüber findet man bei Lutz Röhrich im “Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten” Folgendes: “Hals- und Beinbruch! wünscht man jemandem ironisch, wenn man abergläubisch ein solches Mißgeschick abwenden will (analog wünscht man auf Segelschiffen: ?Mast- und Schotbruch!?. Der unverhüllt ausgesprochene Glückwunsch dagegen würde Unglück bringen. ?Hals- und Beinbruch!? ist vor allem ein freundlich gemeinter Gruß aller Künstler von Bühne und Podium. ?Hals und Bein? steht oft formelhaft zusammen. Trotz des Volksglaubens, wonach man das Gute nur herbeischwören kann, indem man scheinbar das Böse herbeiwünscht, kommt die Zwillingsformel aus dem Hebräischen und heißt ursprünglich ?hazlóche un bróche? (hazlachá = Glück, b’racha = Segen). Sie wird auch heute noch von den Juden in dieser Form hebräisch sowohl wie jiddisch oft verwendet (S. Landmann, S. 87).”
Zusammenfassend lässt sich die Geschichte wie folgt auf den Punkt bringen: “Hals- und Beinbruch” kommt aus dem Hebräischen, wird dann (sekundär) aufgrund der Klangähnlichkeit volksetymologisch umgedeutet und mit dem genannten Volksaberglauben in Zusammenhang gebracht.Dazu wird dann offenbar (tertiär) per Analogie die Redewendung “Mast- und Schotbruch” gebildet.
Grüße aus dem tropischen Heidelberg,
Kristin Höhn
Germanistisches Seminar Universität HeidelbergPS vom Seelotsen:Nun wissen wir endlich Bescheid!
mail von Christiana
Von: Christiana Frahsl Datum: 18.07.2009 16:39:13
Hallo Christoph!
Wetter ist genau so eingetroffen: Ab Freitagmittag schlagartig Wetterumschwung, Temperatur stark gefallen, 20kn Südwind. Wir haben es bis Ilha Santa Catarina Nord geschafft. Rio Grande do Sul, unser nächstes Ziel, liegt ca. 300 sm südlicher. Ab Montag morgen sollte eigentlich ein Weiterfahren möglich sein. Siehst du das auch so? Weiterhin auch bei euch schönes Wetter und beste Grüsse ChristianaAntwort vom Seelotsen: Also generell ist Montag okay. Ab Nachmittag gehts los. Abends dann fast achterlicher Wind. Macht die kleinen Segel klar, da können zwischendurch 35 kn drin sein, aber von achtern.
Ab Mittwoch abend lässt der Wind nach, ab Freitag 06 h kriegt ihr mit 25 kn von vorne und solltet vormittags einen Hafen anlaufen. Viel Erfolg Christiana Gruß an Erich! Christoph
Photos der Dieselübergabe an SY Galeb…
…am 16.05.09 auf hoher See haben uns endlich erreicht! Mit einem ‘Danke’ an AF6IO Wolfgang & Crew,welche uns die Photos zu Verfügung gestellt haben!
[klick aufs Photo um zur Galerie zu gelangen]
OE2FCO gen Ilha Santa Catarina
Hallo Christoph!
Danke für deine Mail. Wir werden morgen, also Mittwoch gegen Nachmittag weiterfahren, und zwar nur bis Ilha Santa Catarina, ca. 230sm. Laut örtlichem Wetterbericht haben wir ab Mittag Ost bis Ostsüdost 10 bis 15 kn. Müsste also reichen für uns. Dann soll es wie du geschrieben hast, erst wieder Sonntag für uns besser werden.
Für unseren zweiten Motor haben wir ein derartiges Ersatzteil bereits bestellt und hoffen, dass der Besuch aus Österreich, den wir in Uruguay erwarten, uns dieses Teil mitbringt. Ölfilter wurde gewechselt.
Die Aufenthaltsgenehmigung für Brasilien haben wir einmal bereits verlängern lassen, und zwar problemlos. Ein zweites Mal, so wurde uns gesagt, ist dies nicht möglich – nur in Ausnahmefällen. Derzeit haben wir noch keine Veranlassung eine weitere Verlängerung anzustreben und werden planmäßig spätestens bis zum 15.8. das Land hier verlassen.Schöne Grüße von den ‘Delphinen’ Erich und Christiana
Ps. v. Seelotse : kann Mittwochprognose bestätigen, steht vielleicht bis Freitag durch.
Kjelds “Broiche” reply
09.07.14-1139z—Mast- und Schotbruch…. — ein Segen…?
Das ist gut…!
Hals- und Beinbruch, – Christoph…!
Kjeld / oz3acf+
PS: bekommen dann Hals und Beine … auch einen Segen? Seelotse





